Weihnachts­ge­schenke online bestellen und versenden: Bei Verspätung und Verlust nur selten Schaden­ersatz

Egal ob Weihnachts­ge­schenk oder nicht – verschickt man eine Sendung unver­si­chert und geht sie verloren, übernimmt das Versand­un­ter­nehmen in der Regel keine Haftung. Bei versi­cherten und verfolg­baren Sendungen sieht es da schon anders aus: Verschwindet beispiels­weise ein DHL-Standard­paket, haftet DHL bis zu einem Betrag von 500 Euro.

„Wer Geschenke verschicken will, sollte z.B. die Kassen­belege oder ähnliche Unter­lagen aufheben, um im Fall des Falles den Wert des Paketin­halts dokumen­tieren und belegen zu können.“, rät Rechts­anwalt Thomas Grame­spacher, Leiter der Arbeits­ge­mein­schaft IT-Recht im Bonner Anwalts­verein. Mache der Absender den Wert eines verlo­renen Paketes beim Versand­un­ter­nehmen geltend, verlangten viele Anbieter Nachweise über den Wert der verschickten Gegen­stände.

Auch wer Geschenke persönlich übergibt, ist im Vorfeld häufig auf Versand­un­ter­nehmen angewiesen – und zwar dann, wenn die Geschenke online bestellt werden. Hat der Händler einen festen Liefer­termin zugesagt und hält diesen nicht ein, haben Kunden zumindest theore­tisch einen Anspruch auf Schadensersatz. Sie müssen dann aller­dings belegen, dass ihnen durch die Verspätung ein finan­zi­eller Schaden entstanden ist. Dies dürfte in den meisten Fällen schwierig sein.

Und was passiert, wenn das Präsent zwar ankommt, dem Beschenkten aber nicht gefällt?

Das ist bei einem im Online- bzw. Versand­handel bestellten Geschenk zumindest grund­sätzlich kein Problem: Dort können Kunden die meisten der bestellten Produkte innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen zurück­geben. Es gilt ein gesetz­liches Wider­rufs­recht. Manche Online- und Versand­händler räumen darüber hinaus gerade zu Weihnachten freiwillig verlän­gerte Rückga­bemög­lich­keiten ein. Aber Vorsicht: Keine Regel ohne Ausnahme. Beispiels­weise indivi­duell angefer­tigte oder perso­na­li­sierte Produkte, benutzte Hygie­ne­ar­tikel oder entsie­gelte Compu­ter­software sind vom gesetz­lichen Wider­rufs­recht ausge­schlossen.

„Ob dagegen im statio­nären Einzel­handel ein Umtausch möglich ist, kommt im Grunde auf den Händler und das Produkt an“, infor­miert Rechts­anwalt Thomas Grame­spacher.

Die Händler seien zwar gesetzlich nicht dazu verpflichtet, Produkte zurück­zu­nehmen, wenn diese keinen Mangel aufweisen und deshalb ein Gewähr­leis­tungs­an­spruch besteht. Oft zeigten sich Händler heutzutage aber kulant und räumen ohnehin bestimmte Rückga­bemög­lich­keiten freiwillig ein. Parfum oder Kosmetika, die angebrochen seien, nähmen Händler aber in der Regel nicht mehr zurück. "Beim Verbraucher hält sich die Annahme, dass ein gesetz­liches 14-tägiges Wider­rufs­recht auch für den statio­nären Einkauf bei Media­markt & Co. gilt, immer noch hartnäckig", bemerkt Rechts­anwalt Grame­spacher. "Egal wie üblich dies geworden ist, ist es doch regel­mäßig Kulanz".

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