Der frühe Mieter fängt den Schimmel

Das Problem entsteht oft im Badezimmer, aber auch an Räumen mit Außen­fassaden – Schim­mel­befall macht vielen Mietern Sorgen. Auch sie müssen durch korrektes Lüften und Heizen dafür sorgen, Schimmel zu verhindern. Manchmal lässt sich die Bildung des hartnä­ckigen Pilzes aller­dings nicht verhindern. Vor allem nicht, wenn Baumängel vorliegen, die der Vermieter verant­worten und beheben muss.

Entdecken Mieter Schimmel, müssen sie sofort Kontakt mit dem Vermieter aufnehmen, sagt Rechts­anwalt Michael Peter, Leiter der Arbeits­ge­mein­schaft Mietrecht im Bonner Anwal­tVerein: „Wenn ein Mieter gegen die Anzei­ge­pflicht verstößt, kann er seine Rechte verlieren, also etwa jene zur Mietmin­derung.“ Hat sich der Schimmel in der Zwischenzeit ausge­weitet, könnten erhöhte Kosten für die Besei­tigung auf den Mieter übertragen werden. Die Anzei­ge­pflicht hat auch Auswir­kungen auf die Möglich­keiten zur Mietmin­derung. Nur wer den Schimmel gemeldet hat, kann ihn als Grund für eine Minderung vorbringen.

Oft ist der Streit­grund zwischen Mieter und Vermieter das gegen­seitige Zuschieben der Verant­wortung. Der Vermieter sieht das schlechte Lüft-Verhalten des Mieters als Ursache, der Mieter bauliche Mängel. Wer sich als Mieter sicher ist, keine Schuld an der Schim­mel­bildung zu tragen, sollte auf keinen Fall privat einen Gutachter beauf­tragen. Sollte der Streit vor Gericht landen, wird der Richter ohnehin einen Sachver­stän­digen beauf­tragen, der Schadensbild und - ursache vor Ort bewertet. „Beauf­tragen Mieter hingegen einen Privat­gut­achter, könnten sie Schwie­rig­keiten haben, die von ihnen veraus­lagten Sachver­stän­di­gen­kosten vom Vermieter zurück­zu­er­halten“, weiß Rechts­anwalt Peter. Vor Gericht trägt hingegen grund­sätzlich der Vermieter die Beweislast, sodass er den vom Gericht beauf­tragten gericht­lichen Sachver­stän­digen zunächst vorfi­nan­zieren muss.

Liegt die Ursache eines Schim­mel­be­falls in einem Baumangel, tritt gesetzlich eine Kürzung der geschul­deten Miete ein. Und das in der Höhe der sogenannten Gebrauchs­be­ein­träch­tigung. Der Mieter kann sich auf diese gesetzlich gekürzte Mietmin­derung berufen, die auch rück­wirkend gilt. 

Hilft all das nicht und stellt sich der Vermieter weiterhin stur, bleibt nur der Gang zum Anwalt – und dann vor Gericht. Spätestens hier wird der Richter einen Sachver­stän­digen beauf­tragen, und spätestens hier wird dann die mietrecht­liche Verant­wort­lichkeit für den Mangel der Miet­wohnung geklärt. 

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